Aufhebung Landschaftsschutz "Am Bruch"

Bezirksregierung Köln
50606 Köln


10.01.2006

Beteiligung gem. § 42a (1) LG
Aufhebung Landschaftsschutz im Bereich des B-Planes "Am Bruch" Nr. 7421-14 der Stadt Bonn/Duisdorf
Ihr Schreiben vom 29.11.2005 an das Landesbüro der Naturschutzverbände - AZ 51.1-LSG-aufh.bn2


Sehr geehrte Damen und Herren,

trotz der zahlreichen Proteste aus der Bevölkerung und obwohl es nach unserer Kenntnis keinen Investor mehr für das Vorhaben gibt, betreibt die Stadt Bonn das o. a. Bebauungsplanverfahren weiter. Wegen des bereits vorhandenen hohen Wohnungsleerstandes im Umfeld der Fläche "Am Bruch" und aufgrund der zu erwartenden Verlegung des Führungsstabes der Bundeswehr, mittelfristig auch des größten Teils des Verteidigungsministeriums und Teile anderer Ministerien, Abbau von Personal bei Post und Telekom, ist diese Entscheidung für uns unverständlich. Selbst wenn es in Bonn im Augenblick noch einen gewissen Bevölkerungszuwachs gibt, langfristig gesehen wird dies nicht so bleiben, zumal auch der Bonn-Berlin-Ausgleich kurzfristig ausläuft. Zu erklären ist die Entscheidung daher wohl nur durch den Druck, den einige Grundstücksbesitzer auf die Politik ausgeübt haben. Die Umwelt zu schützen und als Lebensgrundlage für die nachfolgenden Generationen zu erhalten sollte vordringliche Aufgabe von Politik und Verwaltung sein und nicht die Begünstigung einzelner Flächenbesitzer.

Wir wenden uns nachdrücklich gegen die Verkleinerung des Landschaftsschutzgebietes und gegen die immer weiter ausgreifende Flächenversiegelung an den Stadträndern von Bonn. Die Bebauung der Freifläche im Messdorfer Feld wird zu einer Verschlechterung des Stadtklimas führen, weil der Frisch- und Kaltluftzufluss in das Stadtgebiet stark eingeschränkt wird. Die Situation für den Individualverkehr wird zudem als sehr problematisch eingeschätzt.

Wir bitten Sie dringend, Ihre Entscheidung bezüglich der Aufhebung des Landschaftsschutzes zu überdenken, zumal für die Zukunft ganz offensichtlich noch eine Erweiterung des Baugebietes bis zum Sportplatz geplant ist. Eine Landschaftsaufwertung in den Randbereichen der zu bebauenden Flächen wird deshalb allenfalls temporär wirksam sein und sie schafft auch keinerlei wirksamen Ausgleich für den Freiflächenverlust.

Mit freundlichen Grüßen
BUND - Kreisgruppe Bonn
gez.
K. Giesler



Suche