21. Juni 2021

Hecke oder Kunsstoffzaun?

Schickt Bilder!

Der eigene Garten ist erweiterte Privatspäre ins Freie.
Raum für Entspannung, Geselligkeit, Naturerlebnis.

Dabei ist auch im Bonner Stadtgebiet ein Trend zur blickdichten Gartenabgrenzung erkennbar.
Waren es früher Jägerzäune, Mäuerchen mit Gitteraufsatz, Formhecken aus Berberitze oder Liguster, setzen viele Gartenbesitzer heute auf Kunststoffzäune oder Steingabionen. Diese schotten bickdicht ab, sind schnell errichtet und pflegeleicht.

Häufig müssen vorhandene Hecken anthrazitfarbenem Plastikgeflecht und grauen Steingittern weichen.

Zaun mit grünem Plastiksichtschutz Zaun mit grauem PlastiksichtschutzRundumsichtschutz durch Zaun und Steingitter
Fotos: privat

In manchen Bonner Neubaugebieten sucht man inzwischen lange bis vergeblich nach pflanzlichen Einfriedungen. Eine beunruhigende Entwicklung, die auch Bestandsbauten betrifft.

Das Verschwinden der Hecken hat Folgen für Klima und Artenvielfalt im Siedlungsbereich:
Insekten finden keine Blüten, Vögel keine Nahrung und keine Nistplätze. Langgezogene graue und schwarze Kunststoffflächen heizen sich massiv auf, behindern den Luftaustausch.
Nicht zuletzt sind sie potentieller Plastikmüll. Wenn sie in die Jahre kommen, werden sie brüchig und verteilen sich in alle Winde.

Hecken dagegen sind aktiver Klima- und Artenschutz. Sie schaffen Lebensqualität im Quartier, Aufenthaltsqualität mit Biergartenflair: Vogelgezwitscher, Blütenduft und Insektengesumme, Kühlung und Luftzirkulation an heißen Sommertagen.

 

Um das bewusst zu machen und zu dokumentieren, freuen wir uns über Eure Bilder aus Bonn!

Schickt uns Bilder an bund-bonn@online.de,

- die zeigen, wie schön gewachsene Hecken sein können,

- die den Trend zum Sichtschutz aus Kunststoff deutlich machen,

- die Mut und Lust auf pflanzliche Einfriedungen machen!

Bitte achtet darauf, dass auf Euren Bildern keine Hinweise auf Adresse und Eigentümer erkennbar sind (Datenschutz!).

 

Arten- und klimafreundliche Gartenhecken zum Anschauen finden Interessierte im Naturnahen Schaugarten in Wachtberg-Berkum (hinter dem Rathaus). Der u.a. vom BUND geförderte Garten zeigt viele heimische, für Hecken verschiedener Standorte geeignete Gehölze und ist jederzeit öffentlich zugänglich.

Sichtschutz im Naturnahen Schaugarten Berkum
Foto: privat

Dazu gibt es auf der Homepage der Gemeinde Wachtberg die Begleitbroschüre mit vielen Informationen zur naturnahen Gartengestaltung.

http://www.wachtberg.de/imperia/md/content/cms127/aktuelles/pressemitteilungen/2020/06_juni_2020/schaugarten-broschuere-2020-kompl.pdf

Bäume in der Stadt

Autor: D. Schneider

Vielleicht erinnern Sie sich noch an unseren Artikel 'Trockene Jahre' mit Erfahrungen aus der Landwirtschaft oder den Artikel 'Aktion Bäume gießen', in der wir letztes Jahr zum Gießen der Stadtbäume aufgerufen hatten. Trockenheit wird auch in Zukunft eine zunehmende Rolle spielen, und der 'Erhalt der Stadtbäume muss politisch gewollt sein', wie auch ein Artikel zu den Wahlprüfsteinen lautete, der sich mit Fällungen und Nachpflanzungen beschäftigte.

Heute soll es um ein Problem gehen, das hausgemacht ist und unsere Stadtbäume vernichten wird, selbst wenn wir keine mehr fällen würden.

Stadtbäume haben zwei wesentliche Aufgaben zu erfüllen. Sie sollen das Kleinklima für uns Menschen wirksam verbessern indem sie große Kronen ausbilden und damit wirksam Staub filtern und hohe Verdunstungs- und Photosyntheseleistungen erreichen. Außerdem helfen sie mit, der Natur in der Stadt in der dritten Dimension trotz Platzmangels noch einen Lebensraum zu gewähren.

Um diese Leistungen aufbauen zu können, benötigen Stadtbäume ausreichend große Standräume und ein hinreichendes Wasserangebot.

Wie ich bei einem persönlichen Gespräch mit städtischen Baumfachleuten erfuhr, helfen Gießaktionen bei Trockenheit in der Stadt nur kleinen bis mittelgroßen Baumexemplaren. Der Grund ist, dass die Wasseraufnahme nur an den immer neu gebildeten und unverholzten Wurzelspitzen erfolgt. Große Baumexemplare haben aber i. Allg. das für sie vorgesehene unversiegelte Baumbeet längst ausgefüllt und wachsen dann außerhalb in den versiegelten Bereich hinein. Hier wird auch ein noch so umfangreiches Gießen nichts mehr helfen. Wenn die Bäume dann nicht auf Wasser im Untergrund zugreifen können (Grundwasser oder Kanäle), werden sie vertrocknen (und müssen dann aus Sicherheitsgründen gefällt werden). Auch die 12 m³, die den Bäumen in neuangelegten Beeten zugedacht werden, werden bald ausgefüllt sein und beheben das Problem nicht. Auch das Anpflanzen exotischer Bäume, die weniger Wasser brauchen, verzögert allenfalls die Zeit bis zum Vertrocknen, liefert auf der anderen Seite auch nicht den gleichen Filter- und Kühlungseffekt. Denn der Kühlungseffekt ist im Wesentlichen von der Verdunstungsleistung der Bäume abhängig, und ein Baum kann nur dann mit weniger Wasser auskommen, wenn er weniger verdunstet.

Die Stadt will dem Vertrocknen der Bäume mit der Anschaffung neuer Bewässerungswagen begegnen. Für die Neuanpflanzungen wird das notwendig sein, eine langfristig sinnvolle Strategie ist es nicht. Denn es schafft zwar mit viel technischem und vor allem personellem Aufwand eine vorübergehende Linderung, aber keine Lösung.

Solange wir in der Stadt nicht dafür sorgen, dass sich bei Regen wieder Grundwasser bilden kann, werden unsere Stadtbäume systematisch vertrocknen. Es werden ja nicht nur die Straßen möglichst bis an den Stammfuß versiegelt, es werden private Vorgärten in Parkplätze umgewandelt, es werden Schottergärten angelegt mit Gummimatte gegen Unkrautwuchs, die ebenfalls eine Versickerung behindern. Und es werden bei Bauvorhaben den Bauherren die Unterkellerung bis an die Grundstücksgrenze heran erlaubt. Ein anschließende Begrünung oberhalb der Tiefgaragen kann weder zur Grundwasserneubildung beitragen noch großkronige Bäume ermöglichen. Der Wahn, den Bauherren die maximale Ausnutzung ihrer Grudstücksgrenzen erlauben zu müssen – auch wenn nur unterirdisch – trocknet unsere Städte aus! Wir müssen endlich begreifen, dass Grundwasserneubildung ein öffentliches Gut und im öffentlichen Interesse ist und daher Vorrang haben muss vor Bauherreninteressen.

Um unsere Stadtbäume zu retten, wird es nicht ausreichen, auf die Grundwasserneubildung zu warten. Wir müssen umdenken und umplanen und wie die alten Römer unser Stadtgrün über fast waagrechte Kanäle mit Wasser aus den Bächen (Bad Godesberger Bach, Mehlemer Bach, Lengsdorfer Bach, … ) versorgen. Diese Kanäle können durchaus recht schmal sein, müssen aber gut geplant sein.

Hier sind also zweimal die Planer gefordert: 1. Bei Bauvorhaben: Grundwasserneubildung muss Vorrang haben vor Bauherreninteressen. 2. Die Stadt ist mit waagrechten Kanälen mit Wasser aus den Bächen / Rheinzuflüssen etc. zu versorgen, so dass Bäume und Stadtgrün immer ausreichend versorgt sind.

Kommunalwahl 2020

Am 13. September ist Kommunalwahl, der Wahlkampf ist aber durch Corona nach wie vor stark eingeschränkt. Das macht die Meinungsbildung für die Wahlberechtigten nicht gerade leicht, aber es erschwert auch den Kandidierenden die Präsentation ihrer politischen Vorstellungen.
Um den Bonnerinnen und Bonnern in den Bereichen Umwelt- und Naturschutz, Klima, Siedlungspolitik und Verkehr dennoch einen verlässlichen Überblick zu bieten, wo die Kandidierenden bei diesen zukunftsrelevanten Themen ihre Prioritäten setzen, hat das Bündnis Bonn wählt nachhaltig Wahlprüfsteine formuliert und an die sechs OB-Kandidierenden geschickt. 
Das Bündnis hat sich eigens für diesen Zweck gegründet und wird von folgenden Verbänden getragen: BUND Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland Kreisgruppe Bonn, Lebenswerte Region Bonn-Siebengebirge e.V., NABU Naturschutzbund Deutschland Kreisgruppe Bonn, Ökozentrum Bonn e.V., VCD Verkehrsclub Deutschland Bonn/Rhein-Sieg/Ahr e.V., VerkehrsForum Bonner Bürgerinitiativen, Zukunftsfähiges Bonn e.V. 

Die Antworten aller OB-Kandidierenden finden Sie unter bonn-waehlt-nachhaltig.de
In einer Wahlveranstaltung am 2. September, zu der bereits alle Bonner OB-Kandidatinnen und -kandidaten eingeladen wurden, können diese Themen noch vertieft und weitere Fragen gestellt werden.

“Jecke“ und Klimademo mit über 2.000 Menschen in Bonn fordert „Schluss mit dem faulen Zauber

Der BUND KG Bonn "em Zoch"
Foto: Martin Behrsing

11. November 2017 – Pünktlich zum Karnevalsauftakt um 11.11 Uhr startete in der Bonner Innenstadt eine Klimademonstration der anderen Art mit über 2.000 Menschen. Unter dem Motto „Schluss mit dem faulen Zauber – Wir treiben die bösen Geister des Klimawandel aus: Kohle, Erdöl, Atom“ forderten sie in unmittelbarer Nähe des Tagungsortes der Weltklimakonferenz den Einsatz für globale Klimagerechtigkeit, den Stopp der Zerstörung von Lebensgrundlagen und Stopp der Vertreibung von Menschen, einen verbindlichen Fahrplan für den Kohleausstieg, Nein zur Atomlobby als Klimaretter, für einen Ausstieg fossiler Energien bis 2030 und den Einschluss des Flugverkehrs in das Pariser Abkommen.

Die Organisatoren des Bündnisses „No-Climate-Change“ erklärten: „Gemeinsam haben wir heute ein wichtiges Zeichen für konsequenten Klimaschutz- und Gerechtigkeit gesetzt. Wir haben dabei auch deutlich gemacht, dass neben dem wichtigen Kohleausstieg die anderen Ursachen des Klimawandels und der Umweltzerstörung genauso auf die Tagesordnung gehören. Mit über 2.000 Menschen aus aller Welt haben mit einer bunten und karnevalistischen Demonstration deutlich gemacht, dass wir eine weitere Klimaerwärmung und Umweltzerstörung nicht hinnehmen wollen und die Ziele des Pariser Klimaschutzabkommen für alle verpflichtend werden sollen. Von der kommenden Bundesregierung erwarten wir, dass sie dieses sofort umsetzt. Es darf keinen Grund geben zu verhindern, dass bis 2025 alle Kohlekraftwerke abgeschaltet werden und nur noch bis 2030 Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor betrieben werden. Dazu gehört, dass die unsinnigen Investitionen in den Individualverkehr abgebaut werden und der öffentliche Personennahverkehr massiv ausgebaut wird. Deutschland muss einseitig die Klimaziele umsetzen. ”

Zahlreiche Organisationen aus den Sozial- und Umweltbewegungen hatten zu der Demonstration aufgerufen und in ehrenamtlicher Mitarbeit zum Gelingen beigetragen.

Der BUND Bonn stellt einen Bürgerantrag zur Dokumentation von Wärmeinseln

Der BUND Bonn fordert die Stadtverwaltung auf, eine Dokumentation von Wärmeinseln und Frischluftbarrieren an hochgradig versiegelten Standorten zu erstellen. Zudem sollen abgestufte Strategien und konkrete Maßnahmen erarbeitet werden, die dazu beitragen, die Folgen von Extremwetterlagen zu minimieren. Der BUND Bonn bietet an, die Stadtverwaltung bei diesen Aufgaben fachlich zu unterstützen.

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CETA und TTIP stoppen - Demo in 7 Städten

© Doro Schmitz

Letzten Samstag, am 17.09. 2016, gab es Großdemonstrationen in Berlin, Frankfurt am Main, Hamburg, Köln, Leipzig, München und Stuttgart. Auch Mitglieder der Kreisgruppe des BUND-Bonn und viele weitere Bürger/-innen aus Bonn waren bei der Demo in Köln dabei. Insgesamt nahmen am Samstag über 320.000 Menschen teil. Die Aktion war Teil des "Autumn of Action". Auch in den kommenden Wochen werden in ganz Europa weitere Demonstrationen stattfinden. Mehr...

© Maja Dumat / pixelio

"Wilde Ecken" in Bonn

Die Biologische Station Bonn / Rhein-Erft hat im Rahmen eines Projekts mit dem Landschaftsverband Rheinland kleine Naturflächen im Bonner Stadtgebiet erfasst. Bei den "Wilden Ecken" handelt es sich um sehr kleine Restflächen wie Säume, Wegränder, Mauern oder Pflasterritzen, die Lebensraum für viele Pflanzen- und Tierarten bieten. An zehn typischen Standorten wurden Infotafeln aufgestellt und die Flächen teilweise mit heimischen Pflanzenarten und durch Pflege aufgewertet. Mehr... 

Bonner Stadtrat stellt sich gegen TTIP, CETA und TiSA

Der "Bürgerantrag des Bonner Bündnis gegen TTIP" (Mehr Demokratie e.V., Attac, BUND und Greenpeace) war ein voller Erfolg! Der Bonner Stadtrat hat den Antrag gegen die Stimmen von CDU und FDP angenommen und stimmt damit einer Ablehnung der Freihandelsabkommen TTIP, CETA und TiSA zu. Damit gibt es wieder eine Großstadt mehr, die sich gegen den Ausverkauf demokratischer Werte positioniert! Mehr...

© F. Brüning

Artenkenner / innen gesucht!

Sie kennen sich in einer der Artengruppen Vögel, Fledermäuse, Amphibien, Reptilien, Schmetterlinge, Heuschrecken, Käfer oder Libellen aus? Sie sind mit deren Biologie, Ökologie und Gefährdungsursachen vertraut? Sie kennen die lokalen Besonderheiten der Bonner Fauna? Dann sind Sie der/die Richtige für uns! Die BUND Kreisgruppe Bonn sucht ab sofort Artenkenner / innen, die uns mit ihrem Fachwissen unterstützen möchten. Mehr...



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