Bebauungsplan Nr. 7918-29 - Bad Godesberg/Friesdorf, Servatiusstraße

Bundesstadt Bonn
Amt 62-3
53103 Bonn

04.09.2006

Bebauungsplan Nr. 7918-29 - Bad Godesberg/Friesdorf, Servatiusstraße
Ihr Schreiben vom 7.7.2006



Sehr geehrte Damen und Herren,

bei Durchsicht der offengelegten Unterlagen haben wir festgestellt, dass in der Begründung/Umweltbericht weiterhin der 100%-Ausgleich wie im vorgezogenen Verfahren fallen gelassen wird.

Im Anhang der Begründung/Umweltbericht ist die seinerzeit abgegebene Stellungnahme des BUND (vom 28.11.2005) zu unserem Erstaunen nicht aufgeführt.
Daher möchten wir nochmals darauf hinweisen, dass eine Zurückstellung der Belange von Natur und Landschaft nur bei entsprechend gewichtigen anderen Belangen möglich ist. Die Frage der privaten Kosten kann keinesfalls als gewichtiger Belang gelten, weil es ja der Stadt Bonn freigestellt ist, andere Flächen aus ihrem Besitz für den Ausgleich zur Verfügung zu stellen, die auch außerhalb des B-Plangebietes liegen können.

Die Prüfung der Eingriffs-Ausgleichsbilanzierung hat zudem ergeben, dass der ökologische Wert der Ausgleichsmaßnahme deutlich zu hoch angesetzt ist (mit 28 Wertpunkten, Auengebüsch). Diese Bewertung ist fachlich nicht haltbar, ein Auengebüsch kann auf der hochliegenden Fläche, die höchstens bei Katastrophenereignissen einmal kurzzeitig überflutet wird, nicht entwickelt werden. Zudem ist der angesetzte Punktwert falsch. Gem. dem Verfahren LUDWIG entfällt bei neu angelegten Biotopen der Wert für die Vollkommenheit (was ja sehr logisch ist), d. h. der Biotoptyp darf maximal 24 Punkte erhalten. Die Maßnahme kann hilfsweise als Gebüsch mit standorttypischen Gehölzen bezeichnet werden und erhält dann 17 Punkte/m².
Wir bitten dringend um fachliche Prüfung und Richtigstellung. Danach wird sich der Ausgleich nochmals um einiges verringern, so dass nicht einmal der im Umweltbereicht angegebene Wert von ca. 80 % erreicht wird.

Wir gehen davon aus, dass die Stadt Bonn dem baurechtlichen Abwägungsgebot nicht zuwider handeln und für einen angemessenen Ausgleich sorgen wird.


Mit freundlichen Grüßen

BUND - Kreisgruppe Bonn
K. Giesler



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