Gegen Vogeltod an Glasfassaden

tote Waldschnepfe nach Kollision mit einer Glaswand mitten in Köln ©BUND/Wegworth

BUND Bonn und NABU stellen einen Bürgerantrag

Große Fensterscheiben, Bürotürme, Wartehäuschen, Lärmschutzwände aus Glas - was für so manches menschliche Auge oft ästhetisch aussieht, wird für Vögel zur tödlichen Gefahr. Schätzungen zufolge sterben in Europa jährlich rund 80 Millionen von ihnen nach Kollisonen mit Glasscheiben. Glas ist für Vogelaugen unsichtbar, die Umgebung spiegelt sich in den Scheiben - eine fatale Täuschung.

Bei hohen Gebäuden wie dem Posttower in Bonn steigt die Anzahl der Kollisionen in der Nacht, wenn das helle Licht den Orientierungssinn der Vögel stört. Nicht immer findet man nach einer solchen Kollision einen toten Vogel. Untersuchungen zeigen, dass auch Vögel, die benommen davonfliegen, oft nicht lange überleben. 

Den vollständigen Bürgerantrag finden Sie hier.

Streifen, Punkte, mattes Glas

Die beliebten Greifvogelsilhouetten haben sich als nahezu wirkungslos erwiesen. Vögel erkennen die schwarzen Folien nicht als Feind und fliegen einfach daneben gegen die Scheibe. Besser sind mattierte oder geriffelte Scheiben. Streifen- oder Punktmuster verhindern ebenfalls Kollisionen. Hier müssen allerdings Größe und Abstand stimmen, da Vögel auch durch kleine Öffnungen fliegen (beispielsweise durch dichte Sträucher).

Vogelunfreundliche Bauvorhaben

In Bonn sollen demnächst einige große freistehende Glaswände entstehen: An den "Drei Höfen" in der Gronau, am August-Macke-Haus, an der Reuterbrücke und auf dem Bonn-Visio-Gelände in Oberkassel. Die BUND-Kreisgruppe Bonn setzt sich vehement dafür ein, dass diese Wände "vogelfreundlich" gestaltet wird, so dass das Risiko von Kollisionen vermindert werden.

Dazu haben wir zusammen mit dem Naturschutzbund Bonn (NABU) einen Bürgerantrag gestellt. 

Erster Erfolg des Bürgerantrags

Im Rahmen des Bürgerantrags wurde von uns auch eine Unterschriftenaktion gestartet. Mit Hilfe zahlreicher Unterstützer haben wir einen ersten Erfolg erreichen können: Der Ausschuss für Umwelt und Verbraucherschutz hat im April beschlossen, dass die Verwaltung Richtlinien für die Berücksichtigung der Belange des Vogelschutzes bei Bauvorhaben ausarbeitet. Ein erster Schritt in die richtige Richtung! 

Den genauen Wortlaut vom Ergebnis der Beratung des Ausschusses für Umwelt und Verbraucherschutz finden Sie hier.

Stadtrat fällt positiven Beschluss

In seiner Sitzung am 15.05.2014 hat der Stadtrat den Bürgerantrag abschließend beraten und sich im Ergebnis mit einer Mehrheit dem Votum des Ausschusses für Umwelt und Verbraucherschutz angeschlossen. 

Konkret bedeutet dies: Die Probleme des Vogelschlags sollen zukünftig in Bebauungsplan- und Baugenehmigungsverfahren berücksichtigt werden. Im Rahmen einer Bauvoranfrage bzw. eines Bauantrages soll geprüft werden, ob großflächige Verglasungen geplant sind, die im Hinblick auf den Vogelschutz problematisch sein können. Ist dies der Fall, wird der Bauherr aufgefordert, Maßnahmen zum Vogelschutz vorzustellen, die dann auch im Baugenehmigungsverfahren geprüft und ggf. Bestandteil der Baugenehmigung werden. Weiterhin wird die Verwaltung gebeten, mit dem Städtetag NRW eine landesweit einheitliche Regelung zu Maßnahmen zur Vermeidung von Vogelschlag an spiegelnden Fassaden und durchsichtigen Glaswänden zu erreichen.

Dieses positive Ergebnis haben wir nicht zuletzt der Unterschrift und dem Engagement vieler Bonner Bürger zu verdanken. Herzlichen Dank dafür!

Wenn Sie sich darüber hinaus gegen den Vogeltod an Glasfassaden engagieren wollen, finden Sie hier weiterführende Informationen und Unterstützungsmöglichkeiten.

Weiterführende Informationen



Kontakt

glas.vogelschutz@bund.net
0211 / 30 2005 - 10
oder über das Kontaktformular

Weitere Informationen...

... auf unsere Projekthomepage zum Thema Vermeidung von Vogelschlag an Glas

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