Plangenehmigungsverfahren für den Bau eines Schlammfanges am Annaberger Bach

Stadt Bonn
Berliner Platz 2
53111 Bonn

18.05.2005


Plangenehmigungsverfahren für den Bau eines Schlammfanges am Annaberger Bach
Ihr Schreiben vom 21.04.2005 an das Landesbüro der Naturschutzverbände in Oberhausen



Sehr geehrte Damen und Herren,
sehr geehrter Herr Sohn,

wir bedanken uns für die Beteiligung im vorgenannten Genehmigungsverfahren.

Die Baumaßnahme 'Schlammfang' wird, wie den Plänen zu entnehmen ist, eine Vergrößerung der Feuchtflächen durch Aufweitung des eingetieften Bachbettes bewirken. Die Herstellung des Schlammfanges kann daher durchaus positive ökologische Wirkungen mit sich bringen. Da der Bau des Schlammfangs, des Trockenbeckens und des wasserdurchlässig befestigten Weges keine hochwertigen Flächen in Anspruch nimmt, haben wir keine grundsätzlichen Bedenken gegen die Planung.

Folgende Hinweise zur Bewertung und zum Ausgleich des Eingriffs bitten wir zu berücksichti-gen:

Die drei alten Obstbäume (Kirsche, Apfel) dürfen auf keinen Fall beseitigt werden. Für viele Tie-re (z. B. Käfer, Vögel) stellt stehendes (und liegendes) Totholz einen sehr wertvollen Lebens-raum dar, der in dieser Ausprägung insbesondere im städtischen Raum sehr selten ist. Aller-dings ist bisher keiner der Bäume vollständig abgestorben, einzelne grüne Zweige zeigen dies an. Die Nachpflanzung von neuen Obstbäumen sollte in den Bereichen erfolgen, die zwischen den alten Bäumen zur Verfügung stehen. Wenn die mächtigen Altbäume in einigen Jahren zu-sammenbrechen bzw. zusammenzubrechen drohen, können die jungen Bäume evtl. schon ei-nige Funktionen der alten übernehmen. Das Totholz sollte dann im Bestand verbleiben (z. B. am Rand der Fläche).

Im Text wird erwähnt, dass das Grünland 'extensiv genutzt' werde. Das ist u. E. nicht der Fall, die Flächen liegen brach, sie unterliegen offensichtlich keiner 'Nutzung'. Sinnvoll ist es, wie auch geplant, die Flächen einige Jahre lang mehrmals im Jahr zu mähen - nicht nur, um den neu gepflanzten Bäumen einen besseren Start zu geben, sondern v. a., um die Wiese etwas auszuhagern. Es darf kein 'Vielschnittrasen' entstehen! Später sollte die Fläche nur max. zwei-mal jährlich gemäht werden, Randflächen evtl. nur alle zwei Jahre. Das gleiche gilt auch für die Restflächen südlich des Baches.



Im Böschungsbereich des Baches sollten vereinzelt Erlenheister oder -steckhölzer eingebracht werden, um den gewässertypischen Bewuchs zu vervollständigen, insbesondere im Bereich des so genannten 'Überstaus' ist eine Bepflanzung sinnvoll.

Dieser Überstau sollte durch Einbringen einiger großer Steine sowie Anpflanzung von Erlen erreicht werden, die die Funktion einer "Barriere" zum Aufstau übernehmen können (leider er-läutert der Text nicht, wie der Rückstau/Barriere hergestellt werden soll).

Wir hoffen, Sie können sich unseren Vorstellungen anschließen.


Mit freundlichen Grüßen

BUND für Umwelt und Naturschutz Deutschland
LV NRW, KG Bonn



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