Plangenehmigungsverfahren für den Ausbau Endenicher Bach

Stadt Bonn
53103 Bonn (per e-mail)

Betreff: Ausbau Endenicher Bach - Ihr Schreiben vom 18.04.06 an das Landesbüro der Naturschutzverbände NRW


Sehr geehrte Damen und Herren,
sehr geehrter Herr Sohn,

wir bedanken uns für die Beteiligung im Plangenehmigungsverfahren für den Ausbau des Endenicher Baches.

Den vorgesehenen, relativ naturnahen Ausbau mit teilweiser Offenlegung eines verrohrten Gewässerabschnittes begrüßen wir sehr. Wünschenswerte breitere Gewässerrandstreifen sind im bebauten Bereich ja leider kaum realisierbar. Im Sinne der WRRL sollten zur Verbesserung der Durchgängigkeit sowie zum Biotopverbund möglichst viele Abschnitte der Gewässer im Stadtgebiet renaturiert bzw. offengelegt werden.

Zur Vermeidung von Störungen der Brutvögel sind die im Landschaftsgesetz NRW für Gehölzrodungen eingeschränkten Zeiträume nach § 64 unbedingt einzuhalten.

Leider war die Durchsicht der Unterlagen etwas mühsam. Die Lagepläne weisen unterschiedliche Maßstäbe auf und sind zunächst ziemlich unübersichtlich, selbst für Menschen, die täglich mit solchen Darstellungen befasst sind. In den Legenden fehlen einige Erläuterungen oder sind nur schwer zuzuordnen. Die Pläne zeigen auch nicht eindeutig erkennbar die Flächen auf, die für den Ausgleich in die Berechnung aufgenommen wurden. Zudem vermissen wir die leicht zu überprüfende Tabelle des Verfahrens LUDWIG/Fröhlich & Sporbeck mit Gegenüberstellung Eingriff-Ausgleich. Die verwendete Berechnung entspricht zwar im Prinzip dem Verfahren, erlaubt aber keinen Überblick und raschen Abgleich.
Warum die Tabelle 7 des "Verfahrens zur Überprüfung des Mindestumfanges von Ausgleichs- bzw. Ersatzmaßnahmen bei Eingriffen in die Biotopfunktion" keine Anwendung erfahren hat, ist uns unverständlich. Es wäre hilfreich und arbeitssparend für die Ehrenamtlichen in den örtlichen Naturschutzgruppen, wenn zukünftig bei Verfahren, die mit Eingriffen einhergehen, die Vorgaben des angewandten Verfahrens eingehalten und übersichtliche, leicht lesbare Pläne vorgelegt würden.

Mit freundlichen Grüßen

BUND
Kreisgruppe Bonn
Karin Giesler



Suche