Landschaftsplan Kottenforst

Landschaftsplan Kottenforst der Stadt Bonn


Sehr geehrter Herr Bouchon
sehr geehrte Damen und Herren,

der BUND Bonn schliesst sich in dem oben genannten Verfahren den Anregungen des Arbeitskreises des Landschaftsbeirats zum LP Kottenforst an:

Zur Darstellung der Flächen
1. Der dauerhaften Aufhebung der mit Entwicklungsziel 6 dargestellten Flächen aus dem Landschaftsschutz wird widersprochen. Der Konflikt mit dem Regionalplan (RP) sollte in der Weise gelöst werden, dass der Rat der Stadt Bonn bei der Bezirksregierung beantragt, den RP dahingehend zu ändern, dass diese Flächen im RP nicht mehr als ASB dargestellt werden.
2. Die Fläche BK-5308-071 (Lyngsberg östlich Heiderhof) sollte im Rahmen der Verabschiedung des LP unter Naturschutz gestellt werden und mit dem Entwicklungsziel 8 (Biotopentwicklung) im LP dargestellt werden.
3. Geschützte Landschaftsbestandteile sind wie Geschützte Biotope aufzuführen und in den Kartenwerken darzustellen. Landschaftsbestandteile und Biotope, die zu Ihrer Erhaltung oder Wiederherstellung der Entwicklung und Pflege bedürfen, sind mit Entwicklungsziel 8 darzustellen.
4. Offenlandbiotope im NSG bzw. FFH-Gebiet Kottenforst sind in den Kartenwerken darzustellen und in den textlichen Festsetzungen aufzuführen und mit dem Entwicklungsziel 8 darzustellen.
5. Bei der Ausweisung von Hohlwegen als Naturdenkmal ist die Fläche um einen Streifen von 10 m Breite beidseits der Hangkante zu erweitern.

Zu Texten des Vorentwurfes:
1. Unter Punkt 7 als Absatz 3 ist zu ergänzen:
Bei Pflanzungen und Einsaaten im Bereich des Landschaftsplanes sind ausschließlich standortgerechte heimische Arten standortheimischer (autochtoner) Herkunft zu verwenden.
2. Der BUND weist darauf hin, dass das Ziel 4 „Ausbau“ anders lautend als in der Vorlage durchaus verfolgt wird.
3. Bei den Textlichen Festsetzungen, 1: „Naturschutzgebiete“ ist bei den Verboten unter der Nr. 34 zu ergänzen: "Bäume mit Horsten oder Nestern zu fällen ..."
4. Ebenda, Nr. 36 ist folgendermaßen zu ändern: "Düngemittel in Waldbereichen auszubringen - mit Ausnahme von Bodenschutzkalkungen außerhalb von Gewässern, Sumpf- oder Quellgebieten sowie sonstigen feuchten Waldbereichen in oligitrophen Bereichen, Calluna-Heiden, Borstgrasrasen und Silgenwiesen."
5. Bei den textlichen Festsetzungen zu 1.3. NSG „Kottenforst“: Unter weitere Gebote, vorletzter Spiegelstrich: Ergänzung „Wiesenknopf-Silgenwiesen“.
6. Bei den textlichen Festsetzungen zu 1.4. NSG „Rodderberg“: Die festen Terminvorgaben für das Mähen ersetzen durch: „Zwei Mahdtermine. Erste Mahd nicht vor Ende Mai bzw. Anfang Juni, zweite Mahd frühestens 10 Wochen nach der ersten Mahd.“
7. Ein Naturschutz- und Besuchermanagement im NSG „Rodderberg“ kann nur als mit der ULB des Rhein-Sieg-Kreises und der Kreisverwaltung Ahrweiler abgestimmtes Maßnahmenpaket zukunftsfähig sein. Derzeit hemmt das Nebeneinander der Maßnahmen von verschiedenen zuständigen Behörden die Effektivität des Naturschutzes und der Besucherlenkung nachhaltig.
8. Unter 2, „Landschaftsschutzgebiete“, Allgemein nicht betroffene Tätigkeiten, Nr.6, Wieder-herstellung von Wegen, ergänzen: „Versiegelung von jetzt nicht versiegelten Wegen ist nicht erlaubt.“
9. Unter 2.9. „Hangbereiche Venusberg, Kahlenberg und Klufterberg: Erhaltung der Kopfbuchen, ergänzen mit: „Denkmalpflegerische Wiederaufnahme historischer Waldnutzungsformen wie Laubheu (Kopfbuchen) oder Hutung“
10. 2.11. „Lyngsberg“ entfällt zugunsten der Ausweisung als NSG

Darüber hinaus regt der BUND Bonn an, unter Entwicklungsziel 1 „- Erhaltung und Pflege der Obstbaumbestände“ die Förderung des extensiven Obstanbaus mit aufzunehmen. Unter 3.4.1 (S. 13 unten) wird dargelegt, dass die dem Gartenbau dienenden Flächen vorrangig für den intensiven Obstbau genutzt werden. Dieser Zustand der intensiven Bewirtschaftung sollte also nicht im Rahmen von Entwicklungsziel 1 erhalten werden sondern sollte im Hinblick auf eine extensive Bewirtschaftung entwickelt werden.

02.12.2010

Mit freundlichen Grüßen
Dr. Corinna Reineke



Suche