BUND Kreisgruppe Bonn Ökozentrum Hatschiergasse 2-4 53111 Bonn


Bund für Umwelt
und Naturschutz
Deutschland LV NW e.V.
Kreisgruppe Bonn


29.11.2007
Bundesstadt Bonn
Amt 61
53103 Bonn





162. Änderung des Flächennutzungsplanes
Bebauungsplan Nr. 8322-17 – Niederholtdorf Süd
Ihr Schreiben vom 22.11.2007 an das Landesbüro der Naturschutzverbände


Sehr geehrte Damen und Herren,

der BUND hat bereits am 07.10.2004 im vorgezogenen Beteiligungsverfahren zum Bebauungsplan 8322-17 Stellung genommen. Die damalige Stellungnahme, die wir im Folgenden sinngemäß wiedergeben, gilt selbstverständlich auch für die geplante FNP-Änderung.

Nicht nur die Naturschutzverbände stehen der weiter fortschreitenden Bebauung von Freiflächen – sei es durch Wohnhäuser oder Gewerbeobjekte – sehr kritisch gegenüber. Auch das Land NRW hat sich zum Ziel gesetzt, die Inanspruchnahme von Freiflächen drastisch zu verringern. Die Stadt Bonn will nach eigenen Bekundungen ebenfalls den Landschaftsverbrauch reduzieren. Warum das Vorhaben Niederholtdorf-Süd weiter verfolgt wird, ist deshalb nicht einsichtig.
Die Ausweisung von Bauflächen begründet die Stadt Bonn noch einmal mit der entsprechenden Forderung der Grundstückseigentümer. Die Belange der Allgemeinheit, von Natur und Landschaft, der Schutz des Bodens, des Wassers und der Erhalt von landwirtschaftlich nutzbarer Fläche müssen jedoch gegen die Wertschöpfung für Einzelne abgewogen werden. Diese Abwägung hat bisher nicht stattgefunden, denn eine weitere nachvollziehbare Begründung für den Bedarf an Neubauflächen haben wir aus den Unterlagen nicht herauslesen können. Demographisch betrachtet kann es keinen Bedarf geben, weil die Bevölkerungs-entwicklung in Zukunft negativ verläuft - auch wenn das zunächst für Bonn noch nicht gilt. Vor der Ausweisung weiterer Bauflächen müssen jedenfalls die Baulücken in bestehenden Baugebieten gefüllt werden, wenn die politischen Bekenntnisse zur Reduzierung des Landschaftsverbrauchs ernst gemeint sind.
Durch die Bebauungserweiterung (nicht „Arrondierung des Ortsrandes“, wie in der Begründung formuliert) – wachsen die Orte Niederholtdorf und Ungarten zusammen, es entsteht in direkter Randlage zum FFH-Gebiet und in der schönen Landschaft des Siebengebirges ein immer weiter ausgreifender Siedlungsdruck. Absehbar ist, dass die Grundstücksbesitzer der Freifläche bis hin zur Straßenverbindung Ungarten-Oberholtdorf ebenfalls fordern, dass eine Bebauung möglich gemacht wird - aus Sicht der Eigentümer durchaus verständlich. - Wenn dieser unnötige Eingriff in die Landschaft schon nicht mehr zu verhindern sein sollte, müssen also die Äcker bis zur Straße nach Oberholtdorf in das Baugebiet eingeschlossen und als SPA-Flächen ausgewiesen werden, um eine Biotopverbindung zwischen dem Quellbereich des Ankerbaches und des Wielenbaches zu schaffen. - Die Aussage, dass die Umsetzbarkeit der in der FFH-Verträglichkeitsuntersuchung vorgeschlagenen Maßnahmen „im weiteren Verfahren geprüft“ wird, ist nicht hinreichend. Nach Gesetzeslage sind Maßnahmen zur Vermeidung und Verminderung von Beeinträchtigungen der Natura 2000 Gebiete zwingend umzusetzen.
Des weiteren bitten wir um Beachtung des Artenschutzes, d. h. über die FFH-relevanten Arten hinaus sind Ermittlungen zu Tier- und Pflanzenarten notwendig, um mögliche Beeinträchtigungen der besonders geschützten Arten zu vermeiden.


Mit freundlichen Grüßen
B U N D Kreisgruppe Bonn
i.A.

Karin Giesler



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