Vorhabenbezogener B-Plan 7924-23
Sowie 177. Änderung F-Plan
„Errichtung eines Baumarkts mit Gartencenter
im Stadtbezirk Beuel, Vilich, Gartenstrasse“


Sehr geehrte Frau Rohde,
sehr geehrte Damen und Herren,

wir möchten im Nachtrag zu unserer Stellungnahme vom 19.11.2010 noch einen Aspekt einbringen, der sich aus dem Artenschutzfachbeitrag für den PFA 3 für die S13 ergibt, und den wir bitten, in die Bewertung der aktuellen Planung einfließen zu lassen.

Die artenschutzrechtliche Prüfung für den Planfeststellungsabschnitt 3 für die S 13 liefert auch Informationen über das Plangebiet. Die Bedeutung der Fläche im Biotopverbund mit der der Kiesgrube am Siebenmorgenweg als Laich- und Sommerlebensräume von Amphibien und Reptilien (genannt werden hier Kreuz- und Wechselkröte sowie Kammmolch und Zauneidechse) wird hervorgehoben. So kann der Planbereich nicht isoliert betrachtet werden, sondern muss in seiner Gesamtheit als ein „Trittstein“ im Biotopverbund von der Westflanke des Siebengebirges über den Finkenberg, die Kiesgrube Beuel bis hin zur Hangelarer und Wahner Heide gesehen werden (siehe auch beigefügte Karte). Diese Standorte sind wichtige Verbundachsen der Lebensräume streng geschützter Amphibien- und Reptilienarten.
Der BUND Bonn hebt an dieser Stelle nochmals hervor, dass das bisherige artenschutzfachliche Gutachten für den Planbereich den Aspekt des Biotopverbunds insbesondere mit der Kiesgrube am Siebenmorgenweg völlig außer Acht lässt. Dies sollte unbedingt nachbearbeitet werden. Denn auch im Bereich der Kiesgrube ist entsprechend der artenschutzrechtlichen Prüfung für die S13 der lokale Erhaltungszustand der Kreuzkröte als „ungünstig/ mittel bis schlecht“ bewertet worden. Und so würde durch die Bebauung des Planbereichs ein weiterer Lebensraum vernichtet werden, der ggf. auch die Population an der Kiesgrube gefährdet. Außerdem wäre zu untersuchen, welchen Einfluss eine Durchschneidung des Wanderweges für die Arten Schlingnatter, Zauneidechse und Mauereidechse hat.
So zieht ein Eingriff an einer Stelle weitere Beeinträchtigungen an benachbarter Stelle nach sich und letztendlich bleibt bei einer immer nur isolierten Betrachtung der Eingriffe nicht mehr viel übrig von einer lebenswerten Natur und Landschaft wie wir sie uns alle wünschen.

12.12.2010
Mit freundlichen Grüßen
Dr. Corinna Reineke

Bund Siebengebirge Biotopverbund


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