Bundesstadt Bonn
Amt 62-3
53103 Bonn

20.09.2004

Beteiligung der Naturschutzverbände

Bebauungsplan Nr. 8121-12 – Obere Hangstraße
Ihr Schreiben vom 31.08.2004

Sehr geehrte Damen und Herren,

wir bedanken uns für Ihr o. a. Schreiben und die frühzeitige Beteiligung im Verfahren.
Ohne bereits jetzt zu den Details Stellung nehmen zu wollen, ergeben sich für uns viele Fragen, um deren Beantwortung wir bitten möchten:

Zunächst folgende allgemeine Feststellung: In den letzten Monaten haben sich die Beteiligungsverfahren gehäuft, so dass der Eindruck entsteht, die Stadt Bonn sei bestrebt, so viel Bauland wie möglich auszuweisen. In keinem Fall ist eine Begründung (nachgewiesener Bedarf) erfolgt.
Eine Bebauung widerspricht zwar nicht der Darstellung im GEP und FNP; trotzdem liegt die Frage nahe, warum gerade diese Flächen in z. T. steiler Hanglage zur Erweiterung der Bebauung ausgewählt wurden und wie ein Bedarf an zusätzlichen Bauflächen gerade hier sich begründet. „Eine angemessene, den Belangen von Natur und Landschaft aber auch denen der Eigentumsbildung Rechnung tragende Planung“ soll verwirklicht werden. Ist es tatsächlich Aufgabe der Stadt, der Eigentumsbildung einzelner Rechnung zu tragen?

Wie Sie bereits festgestellt haben, handelt es sich um einen für Tiere und Pflanzen sehr wertvollen, sonnenexponierten und besonders strukturreichen Standort; die Erheblichkeit des Eingriffs für Fauna und Flora wird demnach sehr hoch sein. Auch der Eingriff in das Landschaftsbild ist sehr erheblich.

Trotz dieser Vorermittlungen formulieren Sie ‚unzulässige Auswirkungen auf Natur und Landschaft sind nicht zu erwarten’. Was sind unzulässige Auswirkungen? Gemeint ist wahrscheinlich, dass die Eingriffe ausgleichbar sind. Allerdings stellen Sie im folgenden Text gleich fest, dass ein Ausgleich im Baugebiet nicht möglich ist. Aus anderen Verfahren ist uns bekannt, dass die Stadt Bonn keine Ausgleichsflächen zur Verfügung hat. Wie also soll der Ausgleich bewerkstelligt werden?

Wir bitten, unter Berücksichtigung der oben aufgeworfenen Fragen, von einer Bebauung der in jeder Hinsicht erhaltenswerten Flächen abzusehen. Allenfalls könnten Einzelhäuser auf kleineren Freiflächen zwischen der vorhandenen Bebauung entstehen.

Der BUND wendet sich ganz entschieden gegen die Aufstellung eines Bebauungsplans in der jetzt vorgestellten Ausdehnung!


Mit freundlichen Grüßen


Ulrike Aufderheide



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