Bebauungsplan Niederholtorf Süd

Bebauungsplan-Vorentwurf Nr. 8322-17 – Niederholtorf Süd
Ihr Schreiben vom 31.08.2004


Sehr geehrte Damen und Herren,

wir freuen uns über die frühzeitige Beteiligung im Verfahren und gehen davon aus, dass Sie im weiteren Verlauf unsere Anregungen und Bedenken so weit wie möglich berücksichtigen werden.

Wie Sie aus früheren Stellungnahmen wissen, stehen die Naturschutzverbände ganz allgemein der weiter fortschreitenden Bebauung von Freiflächen – sei es durch Wohnhäuser oder Gewerbeobjekte – sehr kritisch gegenüber.
Die Ausweisung der Bauflächen begründet die Stadt Bonn hier mit dem Ziel „Bildung von Wohneigentum (...) Erhalt und Sicherung von landschaftsprägenden Elementen“.
Die bedankliche Verbindung dieser beiden Zielvorstellungen erstaunt uns, denn sie schließen sich grundsätzlich gegenseitig aus. Die Tatsache, dass eine Überbauung von wertvollen Landschaftselementen / Naturschutzflächen nicht erfolgen soll, sehen wir als selbstverständlich an.
Eine Begründung für den weiteren Bedarf an Neubauflächen haben wir aus den Unterlagen nicht herauslesen können. Wir möchten deshalb darum bitten, eine solche Begründung im weiteren Verfahren mitzuteilen. Demographisch betrachtet kann es keinen Bedarf geben, weil die Bevölkerungsentwicklung negativ verläuft - auch wenn das zunächst für Bonn nicht offensichtlich ist. Zumindest sollte vor der Ausweisung weiterer Bauflächen die Baulücken in bestehenden Baugebieten gefüllt werden.

Durch die Bebauungserweiterung (nicht Arrondierung des Ortsrandes, wie von Ihnen beschrieben) – wachsen die Ortslagen Niederholtorf und Ungarten zusammen, es entsteht in direkter Randlage zum FFH-Gebiet und in der schönen Landschaft des Siebengebirges ein immer weiter ausgreifender Siedlungsdruck.

Wenn diese Art des Eingriffs in das Landschaftsbild schon nicht verhindert werden kann, sollten Sie zumindest weitere Äcker mit in das Baugebiet einschließen (oder die bebaubaren Flächen verkleinern) und eine Biotoverbindung zwischen dem Quellbereich des Ankerbaches und des Wielenbaches als Ausgleich für die Eingriffe in Boden und Landschaft schaffen. Ausgleichsmaßnahmen in der Siegaue oder sonst irgendwo im Stadtgebiet sind nicht sinnvoll, weil sie die Naturhaushaltsfunktionen im Umfeld des Eingriffs nicht wiederherstellen können.



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