Bundesstadt Bonn
Amt 62-3
53103 Bonn


Beteiligung der Naturschutzverbände - Ihr Schreiben vom 04.09.2006


Sehr geehrte Damen und Herren,

wie schon in unseren Stellungnahmen zu anderen Bebauungsplanverfahren weisen wir auch diesmal wieder darauf hin, dass die Bebauung und Versiegelung von Freiflächen außerhalb des bisherigen Siedlungsraumes einer nachvollziehbaren Begründung bedarf. Allgemeine Formulierungen, die von einem stetigen Bevölkerungszuwachs und steigendem Wohnraumbedarf ausgehen, sind nicht hinreichend, denn sie legen die atypische Bevölkerungsentwicklung in den vergangenen Jahren zugrunde. Diese ist jedoch als Prognosegrundlage für den künftigen Wohnraumbedarf in Bonn völlig ungeeignet. Alle Berechnungen (u.a. von Herrn Professor Laux in seinem Vortrag am 14.11.2006 im Alten Rathaus, an dem auch Mitarbeiter der Bonner Stadtverwaltung teilgenommen haben) zeigen klar auf, dass die Bevölkerung insgesamt in den nächsten Jahrzehnten stark schrumpfen wird und vor allen Dingen deutlich altert. Diesem Trend wird sich auch Bonn nicht entziehen können. Woher sollen dann die jungen Familien kommen, für die Einfamilienhäuser auf die grüne Wiese gebaut werden? Wir empfehlen dringend, dass sich die Stadtplaner mit den aktuellen Zahlen zur Bevölkerungsentwicklung von Bonn bis zum Jahre 2030 auseinandersetzen, z. B. auf Grundlage einer Arbeit von Dipl.-Geograph Valentin Hollein, die Professor Laux am 14.10.06 mehrfach zitierte.
Die geplante Bebauung der Freiflächen zwischen Lessenich und Dransdorf widerspricht zudem mindestens teilweise den Vorgaben des Integrierten Freiraumkonzeptes der Stadt Bonn. Dies wird wohl erwähnt, jedoch werden die guten Argumente zur Freihaltung des Landschaftsraumes zurückgedrängt zugunsten einer vollkommen unbelegbaren, aber "dringend notwendigen Wohnraumentwicklung".

Bitte bestätigen Sie uns den Eingang dieser Stellungnahme.

Mit freundlichen Grüßen
Karin Giesler



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