6. Station: Allee Annaberger Feld

N 50° 41.162' E 007° 06.614' (WGS84)

Die erste Generation Obstbäume wurde vor fast 150 Jahren gesetzt, als der Annaberger Hof Versuchsgut der Landwirtschaftlichen Akademie war. Während anderswo Alleebäume buchstäblich reihenweise dem Autoverkehr geopfert wurden, starben die Obstgehölze im Annaberger Feld ganz unspektakulär – Stürme und Alter forderten ihren Tribut. In den immer größer werdenden Lücken wuchsen längst Holunder, Schlehen und Brombeeren. Für manche Vögel, Kleinsäuger und Insekten, die hier ihren Lebensraum haben, ein brauchbarer Ersatz, aber nicht für alle. So verschwanden nach und nach Wendehals, Steinkauz und Gartenrotschwanz, jene gefiederten Bewohner, die auf locker stehende Altbäume mit Bruthöhlen angewiesen sind. Auch die Bonner vermissten ihre alte Obstbaumallee.

2007 war es dann endlich soweit: im Rahmen des 100-Alleen-Programms der Landesregierung setzten Mitarbeiter der Biologischen Station Bonn (www.biostation-bonn.de) assistiert vom Stadtförster insgesamt 110 neue Bäume. Anders als "normale" Alleen, die nur aus einer Gehölzart bestehen, kombinierte man auf dem Annaberg gleich zehn verschiedene Sorten. Die erst Ende September reife, zuckersüße Pflaume "Anna Späth" ist darunter, Mostbirnen wie die frostharte "Madame Verté" oder der für schwere Böden besonders geeignete Rheinische Bohnapfel.

Ursprünglich waren Alleen (vom französischen Verb "aller" = gehen) breite Spazierwege. Gartenarchitekten legten sie als Blickachsen in Parks an oder ließen sie von herrschaftlichen Residenzen aus schnurgerade ins Umland laufen. Erst später schätzte man die praktischen Werte: Alleen spendeten Schatten und Windschutz oder halfen Reisenden bei Schnee, Nebel oder Dunkelheit, die Spur zu halten. Heute haben Alleen in sonst strukturarmen Landschaften weitere Funktionen: Wie grüne Adern verbinden sie getrennte Waldinseln und sind Lebensraum für viele Tiere. Ihr Laub produziert Sauerstoff und bindet Stäube, CO2 und Abgase. Zahlreiche Alleen fielen in der Vergangenheit dem Straßenausbau zum Opfer, aber immerhin gibt es in Nordrhein-Westfalen noch rund 2000 von ihnen. Sie bestehen aus Linden, Eichen, Eschen, Rosskastanien, Platanen, Ahornen oder Obstbäumen und prägen häufig das Landschaftsbild.

Quelle: Nordrhein-Westfalen-Stiftung Naturschutz, Heimat- und Kulturpfleg: Stiftungsmagazin 1/2007

Frage:

Welche Baumart gehört der erste Baum der Allee in Richtung Annaberger Hof an?

 

                                    6. Buchstabe des Lösungswortes

a) Apfel                                                 I

b) Birne                                                 L

c) Rosskastanie                                    S

 



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