Gemeinschaftsgarten "Naturinsel Pennenfeld"

BUND Bonn unterstützt den Gemeinschaftsgarten "Naturinsel Pennenfeld"

Ein Naturgarten für Menschen mit Demenz und ihre Nachbarn - dieses Projekt entsteht auf Initiative des Vereins Lebensqualität im Alter (LeA)  in der Maidenheadstraße im Bonner Stadtteil Pennenfeld. Startschuss für die Anlage der "Naturinsel Pennenfeld", die in unmittelbarer Nähe einer von LeA betreuten Wohngemeinschaft für Menschen mit Demenz liegt, war bereits im Jahr 2012.  

Zusammen mit dem Verein LeA und dem Quartiersmanagement Pennenfeld haben die WG-Bewohner und weitere Nachbarn des angrenzenden Mehrfamilienhauses den etwa 1800 Quadratmeter großen Gemeinschaftsgarten unter Anleitung der Diplom-Biologin und Naturgartenplanerin Ulrike Aufderheide Stück für Stück aus einer Rasenfläche gestaltet.

Trockenmauer mit Wildstauden und Kräutern

Ganz viel Natur

Vor allem "ganz viel Natur" wünschten sich die Anwohner zu Planungsbeginn und so entsteht seit mehreren Jahren - unterstützt durch viele ehrenamtliche Helfer wie Schulen oder auch dem BUND Bonn - ein vielfältiges Gartenparadies mit verschiedenen Gartenelementen wie einer Himbeerspirale, einem rollstuhlgerechten Rundweg, bunten Beeten und Hecken aus vorrangig einheimischen Gehölzen und Wildstauden. Dabei helfen Wildpflanzen wie Malven, Mohn oder Kornblumen gerade dementen Menschen, sich an die Pflanzen ihrer Kindheit und Jugend zu erinnern. Aber nicht nur die Anwohner profitieren von der Verschönerung ihrer Wohnumgebung. Mit der Naturinsel und ihren einheimischen Pflanzen wird auch eine Vielzahl von Tierarten unterstützt: von Kleintieren wie Igeln, über Vögel bis hin zu zahlreichen Insektenarten.

Wildstrauchhecken-Pflanzaktion

Einen wichtigen Beitrag leistet dabei auch die Wildstrauchhecke, die letzten Herbst mit Hilfe der BUND Kreisgruppe aus Wildrosen, Wasserschnellball, wilden Johannisbeeren und Faulbäumen gepflanzt wurde. Letztere Gehölzart ist namensgebend für den Faulbaumbläuling, eine kleine Schmetterlingsart mit blauen Flügeln, die als Wirtspflanze für die erste Faltergeneration Faulbäume benötigt. Der Blutweiderich, eine Sumpfpflanze, dient der zweiten Generation als Nahrungsquelle und zur Eiablage.

Zitronenfalter, die als einzige mitteleuropäischer Schmetterlingsart ein ganzes Jahr leben und als Falter überwintern, sind auch auf Faulbäume angewiesen. Sie nutzen diese Gehölze - neben dem Kreuzdorn - im Frühjahr für die Eiablage. Von den Blättern ernähren sich die Raupen im Laufe ihrer Entwicklung.

Viel "Fußarbeit" war notwendig, um Vlies und Teichfolie möglichst faltenfrei zu verlegen. Foto: © Karin Robinet

Nasse Füße im Beet - Anlage eines Sumpfbeets

Am Samstag, 12. Juli 2014, war voller Körpereinsatz im Gemeinschaftsgarten gefragt. Am Tag der offenen Gartenpforte half die BUND Kreisgruppe Bonn tatkräftig bei der Anlage eines Sumpfbeets. Unzählige Schubkarren mit Sand und Kies wurden in einer etwa vier mal vier Meter großen und einen Meter tiefen, terrassierten Grube auf einer von Vlies geschützten Teichfolie versenkt. 

Folie und Vlies wurden am Schluss abgeschnitten. Foto: © Karin Robinet

Die Bepflanzung des Beets mit einheimischen Sumpfpflanzen wie Blutweiderich, Sumpfdotterblume, Iris und Sumpfvergissmeinnicht erfolgte am Rand in eine 15 Zentimeter starke Sandschicht. Als Dünger dienten einige Schaufeln voll Lehmboden. Für den anschließenden Arbeitsschritt mussten noch einmal die letzten Kräfte mobilisiert werden: Die restlichen Zentimeter bis zur Bodenkante wurden mit feinem und groben Kies aufgefüllt - insbesondere die tiefere Beetmitte. Hier steht das Wasser aus Sicherheitsgründen maximal 30 Zentimeter hoch. Eine senkrechte Bahn aus festen Kunststoffmaterial umrandet das Beet und dient als Kapillarsperre, um zu verhindern, dass der umliegende Boden das Wasser aus dem Sumpfbeet saugt.



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